Sie sind hier: Startseite > Startseite > Friedensratschlag 2019 > Eröffnungsbeiträge > Prof. Dr. Christoph Scherrer: Handel und Krieg

Prof. Dr. Christoph Scherrer: Handel und Krieg

Für einen Wissenschaftler, der zunächst Volkswirtschaft studiert hat, gilt dass Krieg nicht zum Wesen der Ökonomie gehört. Vielmehr gilt der Grundsatz: "Handel ist friedensstiftend" im Unterschied zum Kampf um Territorien. Spätestens der 1. Weltkrieg hat dieses widerlegt.
Auch ohne Kapitalismus gilt, dass Handel zu Krieg führt, wenn dieser international mit Gewinnern und Verlierern verbunden ist. Auf nationaler Ebene können Ungleichgewichte zwar regulatorisch  kompensiert werden, international jedoch ist dieses schwierig und nur mit Schutzzöllen möglich.
Die Gewinner des Wettbwerbes wollen aber nicht unbedingt mit den Schutzmaßnahmen der Verlierer konfrontiert werden. Historisches Beispiel sind die Opium-Kriege zwischen Großbritannien und dem Kaiserreich China im 19. Jahrhundert. In der heutigen Situation hat sich ein Land bisher erfolgreich gegen aufgezwungene Marktöffnungen gewehrt: China. Solange China in den zurück liegenden Jahrzehnten nur verlängerte Werkbank der USA war, gab es noch ein ungetrübtes Verhältnis zwischen diesen Ländern.  Andere Länder waren vor allem aufgrund militärischer Schwäche nicht in der Lage, sich gegen die wirtschaftliche Vereinnahmung zu wehren. Dass sich China dagegen zur Wehr setzt, verändert die geopolitische Situation. China ist nicht bereit, die vom US-Imperium vorgegebenen Regeln zu akzeptieren. Mit Donald Trump wurde jemand zum US-Präsident, der gegen den Freihandel eintrat, da dieser innenpolitisch sowohl von links wie auch für rechts Widerstand hervorgerufen hatte. Erste Amtshandlung von Trump war deshalb auch, das bereits abgeschlossene pazifische Freihandelsabkommen zu zerreissen. Trump hat in der Öffentlichkeit das offen zusammen gebracht, was bisher auch schon vorhanden war, aber hinter verschlossenen Türen: Die Vermischung von wirtschaftlichen Beziehungen mit militärischen Drohungen und Eingriffen.
China hat lange auf eigene Souveräntiät gepocht und möchte keinen weiteren Knebelvertrag bekommen wie zu früheren Zeiten des (Neo-)Kolonialismus.
Wozu führt dieser Paradigmenwechsel? Ein direkter Krieg zwischen beiden Ländern ist zwar kaum denkbar, dafür gibt es aber ein ständig wachsendes Potenzial für viele Stellvertreterkriege. Derzeit hauptsächlich gegen Russland. Ein besonderes Augenmerk ist auch auf Dschibuti als einer der weltweit größten Handels-Umschlagplätze zu richten, der auch zur Errichtung einer ersten Militärbasis Chinas im Ausland geführt hat.
Für die Handelspolitik heißt das: Eine Deeskalation ist notwendig, ungeachtet notwendiger nationaler Schutzmaßnahmen. Als erster Schritt muss dabei die chauvinistische Sprache beendet werden.

Aktuelles aus Online-Medien

Friedenspolitische Berichte und Analysen (bis 19.2.)

Standpunkte in der Friedensbewegung (bis 18.2.)

Medienkritik (bis 17.2.)

PDF-Materialien (bis Feb. 2020)


Aktuelles vom Bundesausschuss Friedensratschlag

Friedensjournal Nr. 1/2020: Statt Kriegsvorbereitung: Kooperation mit Russland!

Das Buch zum Friedensratschlag 2018

 

Aktuelles aus Online-Medien

Friedenspolitische Berichte und Analysen (bis 19.2.)

Standpunkte in der Friedensbewegung (bis 18.2.)

Medienkritik (bis 17.2.)

PDF-Materialien (bis Feb. 2020)


Aktuelles vom Bundesausschuss Friedensratschlag

Friedensjournal Nr. 1/2020: Statt Kriegsvorbereitung: Kooperation mit Russland!

Das Buch zum Friedensratschlag 2018