Friedensaktivitäten beim G20-Gipfel in Hamburg

hier geht es zu: Gemeinsame Homepage von Gruppen und Organisationen der Friedensbewegung zum G20-Gipfel


Infos zu den anstehenden Ostermärschen

beim Infoservice des Netzwerkes Friedenskooperative


Abrüstung jetzt!

Während die NATO in Osteuropa weiter auf Konfrontation mit Russland setzt, Kanzlerin Merkel dem US-Präsidenten Trump höhere Rüstungsausgaben verspricht und auch die SPD nicht gegen eine massive Erhöhung des deutschen Militärbudgets votiert, liest man von einer anderen Entwicklung so gut wie gar nichts: Der vermeintlich ach so böse Aggressor Russland will seinen Militärhaushalt in diesem Jahr sogar kürzen! In den angeblichen Qualitätsmedien liest man über diese Entwicklung nichts. Aber selbst wer den russischen Angaben keinen Glauben schenken will, der müsste folgendes zur Kenntnis nehmen: Selbst wenn man diese angekündigten Kürzungen außer Acht lässt, lag der russische Militäretat bislang bei 66 Milliarden Dollar. Zum Vergleich: die USA geben jedes Jahr fast 600 Milliarden Dollar für Waffen und Kriegsgerät aus. Allein die von Trump angekündigte Erhöhung (!) der US-Militärausgaben liegt mit 54 Milliarden Dollar Steigerung fast genauso hoch wie der Umfang, der Putin bislang insgesamt zur Verfügung stand – nach den angekündigten Kürzungen auf russischer Seite wäre die Erhöhung von Trump sogar höher als der russische Gesamt-Etat... Betrachtet man die drei größten europäischen NATO-Staaten Großbritannien, Frankreich und Deutschland so kommen diese zusammen auf ein Budget, welches rund dreimal so hoch ist, wie der russische Etat ...
Wer deshalb jetzt immer noch behauptet, dass wir mehr Aufrüstung brauchen, um für die angeblich von Russland ausgehende Gefahr gewappnet zu sein, der ist wirklich nicht mehr ernst zu nehmen. Richtig ist vielmehr: Mehr Sicherheit erreichen wir nicht durch Aufrüstung und Kriegsvorbereitung, sondern durch Abrüstung und ein Ende der NATO-Konfrontationspolitik. Anstelle der US-geführten NATO, die auf Interventionskriege und Drohnenmorde setzt, brauchen wir endlich ein Bündnis, das defensiv agiert und Russland mit einschließt. Deutschland sollte hierzu ein Zeichen setzen und in einem ersten Schritt - am besten gemeinsam mit anderen europäischen Ländern - aus den militärischen Strukturen der NATO austreten.

Quelle: Sahra Wagenknecht / Team Sahra - 26.3.2017